In Nicht-Wissen und Liebe

Sich vollends bis auf den Grund erfassen

 

Satsang ist ein zeitweiliger Zeitvertreib, vielleicht 1 – 2 mal die Woche, oder du besuchst hin und wieder ein Retreat. Du kannst ein paar Bücher lesen, ein paar Satsang-Talks besuchen und du hast das Wissen und das klare Sehen auf dem Kasten, „es gibt nur DAS Sein – und das kann ich nicht wissen“. Dieses Verstehen mag entspannend sein, doch es hat keinen realen nutzen, der Verstand macht sich DAS zu eigen, und immer wenn es unangenehm wird oder der Mind meint er müsste eine Wissen-Lücke füllen, fängt der unruhige Verstand mit allen möglichen Advaita-Floskeln an, wie: „Es gibt nur Sein, und wo ist DAS Sein nicht?“ Das verrückte da wo das Sein nicht ist, ist DAS was deine Natur ist, absolut unverstellt und offensichtlich. Deshalb gilt es, sich wirklich auf dieses Sein und Nicht-Wissen – was jetzt gerade ist – vollkommen einzulassen.

DAS SEIN ist ununterbrochen; und das simpelste und direkteste dieses Nicht-Wissen zu ehren ist eine regelmäßige, tägliche Bildlose-Kontemplation. Das ist im Grunde eine stille Meditation die man nicht „macht“ – es ist mehr die Bereitschaft sich auf sich selbst HIER einzulassen und sich dem Geschehen zu überantworten. Man kommt einfach an im Unmittelbaren, ist still mit dem was jetzt ist und ehrt das SEIN in dem das was geschieht, DEM was im gegenwärtigen vorbehaltlos erlebt wird.

Du setzt dich einfach hin, bist still, lauschst dem was geschieht. Du lauschst dem was in dir geschieht, den Gedanken, Gefühle, der Energetik wie sie sich vollzieht,… Und dieses nah sein mit dir, das unmittelbare Erleben was in dir geschieht macht dich frei von „dir“ – das ist das schöne. Ganz aus sich heraus geschieht ein Ankommen in dem was Friede, in dem was Freude ist, und da ist kein Ende in Sicht, denn es ist die totale Fülle. In dieser Endlosigkeit kann es passieren dass das Gefühl zu Sein wegfällt und DAS bleibt Ohne-Zweites übrig. DAS kann nicht erklärt werden, DAS kann nicht verstanden werden, doch kann es sich wortlos als DAS erfassen was du bist und das ist DAS was Realität ist.

DAS was-du-bist entspricht keinem Bild. Und der bildhafte Verstand möchte es in die Welt der Konzepte einreihen. Es gibt so eine subtile Idee: Wenn ich erwacht bin, wenn ich erleuchtet bin, DANN bin ich immer absolut erfüllt, in Liebe, immer in Frieden. Wenn es mir passt ist, DANN. Doch DAS ist noch niemand passiert. Eine wunderbare Aussage: Kein Ich was jemals erwacht ist – denn der Eindruck ich fällt weg, als wäre er nie gewesen. Das Ich komm da niemals ran. Pragmatisch und unmittelbar kann „das Ich“ hier und jetzt fallen. Man lässt es fallen in dem man sich nicht damit beschäftigt und es einfach sieht wie es geschieht, und es SEIN lässt wie es ist.

In diesem nicht auf die Eindrücke eingehen, und es geschehen lassen und damit sein, eröffnet sich Erfüllung aus sich selbst heraus. Sich dem SEIN was Erfüllung ist einfach zu widmen, Tag für Tag, darin wächst dieses Prinzip als DAS Offensichtliche. Vollkommenheit, Ganzheit, SEIN, wird ja nicht mehr und auch nicht weniger, nur die Gesamtheit von dem was uns als organisches Wesen ausmacht wird in der Perspektive und dem Erleben immer umfassender im SEIN aufgenommen. In  der ungeteilten Hingabe an DAS was ist wird es durch alles ungeteilt geschmeckt, erlebt, ausgekostet – der Genuss zu SEIN was-du-bist wird immer größer.

Man kann 15-20 Jahre oder noch länger zum Satsang gehen,  tiefe Einsichten und Erwachenserlebnisse haben und dann sitzt man zu Hause und hat den Eindruck man muss wieder zu Satsang um das SEIN umfänglich zu schmecken und zu erleben, „Denn ich weiß nicht wirklich wie DAS erfasst werden kann.

Bücher, Videos, Satsangbesuche sind vollkommen ok, können Inspiration sein  und zugleich ein Abklatsch zu diesem tiefen Bild-losen Frieden und dem umfänglichen, ununterbrochenen SEIN was du bist. Lass das Internet aus und wende dich dem Inner-Net zu. Lies dein eigenes lebendiges Buch in der Stille des SEINs – lass DAS SEIN sich darin erfassen. Lass den aufgedrehten oder gelangweilten Verstand ins leere laufen. Lass das alltägliche Drama, die persönlichen Geschichten und die spirituellen Geschichten ins Leere laufen. Indem das gefühlt wird was an den Gedanken hinten dran hängt. Fühle was da ist. In dem der Körper im unmittelbaren einfach Körper sein darf. Und diese Präsenz, die darin offensichtlich wird, sich nicht zu eigen gemacht wird – sondern ganz HIER ankommen darf.

Das ist natürlich langweilig, bis tödlich für den suchenden Verstand, für das philosophische-Ich. Doch wenn der Verstand nicht mehr suchen muss, sich nicht ablenken muss, weil erfasst wurde das es nicht zu suchen gibt und einfach entdeckt wird was da ist, eröffnet sich die Erfüllung deines SEINś.

Diese Entdeckung, in einer inneren Haltung und einem äußeren Rahmen, der Kontemplation: „Ja ich halte jetzt hier an, und bin einfach HIER mit dem was ist“. Daraus erwächst eine wort-lose Kraft, aus DIR. Eine Hingabe aus der  Stabilität erwächst – Kontinuität erstreckt sich aus dem Kontinuum selbst.

Manchmal hat man vielleicht auch den Eindruck die Meditation heute war nicht gut – und Morgen lässt man es bleiben. Doch geht es nicht um „gute Meditation“ sondern um  das ungeteilte Erleben  still – in tune –  in der Frische des Gegenwärtigen, mit dem was ist zu sein. 

Kontemplation nicht nur alle 3 Tage mal 10 Minuten, sondern dem wirklich Raum geben… Im Satsang sitzt du ja auch nicht nur 10 Minuten. Du kommst an, verweilst 2 Stunden in Frieden mit dem was ist, und du gehst in Frieden deines Weges. Verweile doch bei DIR Tag für Tag, nicht aus einem sollte, sondern aus der Freude an der Freudigen Stille, an der Liebe, an der Freiheit des Seins selbst. Widme dich dem Sog nach Innen, ganz für dich, und dann komm gerne her oder lass es. Verweile in Frieden für 2 Stunden, und dann lebe in Frieden. Vertrau dich dem so an das du garnichts Zweites mehr dazu kennst.

So wie es ist, ist es gut, weil ich keine Vorstellungen habe wie es sein sollte. Das ist oft etwas woran der Verstand leidet, an diesem wie es sein sollte, oft ist das auch noch ein Mythos, ein Märchen über das er sich nicht ganz im klaren ist, aber SO muss es dann sein, dann ist es perfekt. So wie es ist ist es gut… sich dem zu widmen – das was jetzt ist pur zu schmecken – darin liegt die Perfektion des SEINś, jetzt hier…

Wenn ich mich auf das einlasse was jetzt wirklich ist bleibt kein Bild bestehen, und Frieden ist eine Qualität des Seins die aus sich heraus in den Mittelpunkt tritt. Man findet keine Ergebnisse, man findet ungeteiltes SEIN und den Blick auf DAS Selbst. Und das ist etwas was den suchenden Verstand mit seinen Vorstellungen, den Ich-Geist triggert, der will objektive Ergebnisse. Aber das Gegenteil passiert, du fällst in DAS was SEIN IST, aber das kannst du nirgendwo festmachen. Wir finden kein Objekt, es gibt DAS Objekt der Erleuchtung nicht. Die Verwirklichung kann Qualitäten hervorbringen, aber du bist nichts was man hervorbringen kann, das ist der noch größere Traum, die noch größere Illusion, das ist Maya. Alles was du wahrnehmen kannst ist nicht DAS was du bist. WER BIST DU ?

In dieser Nicht-Antwort verweile !

Erleuchtung, zu SEIN was du bist.  

…in einem beständigen darauf einlassen, was sicher kein Tun und Werden ist. An dem Punkt ist DAS SEIN, das Wissen, der Frieden, die Liebe, Stille – DAS was Realität IST. Es ist der höchste Wert in Existenz, weil es die ganze Existenz ist.

Wenn dich DAS von Herzen ruft, ist DAS näher als nah, dann können selbst die Überlagerungen nichts überlagern. Dann greift die Verleugnung und Ignoranz nicht mehr wirklich. Das was dich wegholen will kann dich nicht wegholen. Weil alles Interesse, DEM Selbst gilt.

Ich sprach von regelmäßiger Kontemplation, das ist das ein ganz pragmatisches und radikales Angebot hier, welches unausweichlich im SEIN, in Nicht-Wissen und Liebe, in Selbst-Verwirklichung mündet. Es gibt Tage da ist es nicht möglich in Kontemplation zu sitzen, du hast sehr viel Arbeit, Kinder bruachen Aufmerksamkeit, der Körper ist müde oder so Krank das es nicht geht zu Sitzen. OK, es geht nicht daraus einen inneren Zwang zu machen meditieren zu müßen. Es geht um die Innere Haltung, um die Bereitschaft alles aus den Händen zu legen und einfach zu Sein.

Ruh dich aus, lass die Welt hinter dir und sei einfach…

Wenn die Bereitschaft an erster Stelle steht mit dem was ist zu sein, DAS SEIN an erster Stelle steht, dann wandelt sich alles in dir.

Dann wandelt sich diese Müdigkeit in Frieden. Dann wandelt sich das Drama, in bild-lose Liebe… Dann wandelt sich dieser unruhige Verstand, in wort-loses Wissendes Sein – dadurch weiß man zwar nix, aber es ist wunderbar weil du auf DICH selbst trifft. Und so bietet man dem SEIN und der Kontemplativen Praxis eine tiefe Basis. Man bietet sich Selbst eine tiefe Basis, einfach in Frieden und Erfüllung von Herzen zu leben. Diese Unzufriedenheit und alles was hinten dran hängt, alles was die Unzufriedenheit triggert, ist das was einem hat suchen lassen, nach Gott, Erleuchtung, Befreiung… Das schöne dies kann hier enden, und in diesem HIER-SEIN kann es sich vollends bis auf den Grund erfassen.