Wenn man aufhört…

„Es gibt eine Geschichte über einen dummen Kerl, der wissen wollte, was Schlaf ist. Immer wenn er gerade dabei war einzuschlafen, erinnerte er sich: „Aha, jetzt werde ich den Schlaf erwischen.“ Bei diesem Gedanken klatschte er in die Hände und war plötzlich vollkommen wach. Indem er das immerzu wiederholte, wurde der arme Kerl müde und gab sein Bemühen schließlich ganz auf, den Schlaf erwischen zu wollen. Mit dem Versuch, Brahman zu kennen, verhält es sich ebenso. Wenn man aufhört, Brahman „wissen“ zu wollen, wird man zu Brahman selbst.

Wenn der grobstoffliche und der feinstoffliche Körper verneint werden, dann sind die Instrumente des Verstandes und des Erkenntnisvermögens aufgebrochen. Dann geht der Aspirant in den Zustand des Kausalkörpers über, der einer der „Vergessenheit“ ist. Dieser Zustand selbst ist die Unwissenheit des Menschen.“

(aus: Sri Siddharameshwar Maharaj – Der! Schlüssel zur Selbstverwirklichung)

Es gibt dumme Kerle die meinen zu „Wissen“. Und hoffen das Wissen, eine Praxis, eine passende Therapie und „was auch immer“ führe zu Frieden, Akzeptanz, Glück und der Realisation von DEM was man ist. Statt zu sein was man ist und sich dem total anzuvertrauen, zu überantworten, wird sich immer wieder von neuem ein Weg im Verstand ausgedacht.

Wenn man aufhört, etwas „anderes“ werden zu wollen

Wenn man aufhört erkennen, erfahren, wissen, verstehen, fühlen, erleben, DAS Absolute oder Etwas Relatives „werden zu wollen“,… wird man zu  DEM was man ist. Es wird mehr als beläufig offensichtlich das du (Para-)Brahman bist, DAS was man immer war und ist. Dazu gibt es keine Erfahrung, denn jede Fassette von SEIN bist du – ungeteilt. Du bist das – nur nicht die Vorstellung oder die Worte darüber. So wird das Wort Löffel, kein Löffel ist. Wort-loses SEIN ist das was du ununterbrochen bist.

Es gab nie ein Ich das Erleuchtet wurde, es ist deine Natur und die ist immer hier, sie wird sich ihrer Selbst gewahr – dieses SEIN hat keinen Besitzer. Dies Männlein das du bist, das Männlein das ich bin, hat keinen Vorteil davon – und das könnte ein Vorteil sein, nicht was es zu behaupten gilt.

Nisargadatta Maharaj: „ Ich wurde enttäuscht. Das ist alles. Ich pflegte eine Welt zu erschaffen und zu bevölkern – das tue ich jetzt nicht mehr. Es ist, als sagt man: „ Ich habe mein Werk getan, es ist nichts mehr zu tun“ …Die alte unaufhörliche Suche stand still – ich wünschte nichts mehr, erwartete nichts mehr, hielt nichts für mein Eigen. Es war kein „Ich“ mehr da, um dafür zu streben. Sogar das reine „ICH BIN“ welkte dahin. Das andere, was ich bemerkte,war, das all meine gewohnten Gewissheiten verlor.“

(aus: Nisargadatta – Ein Indischer Mystiker des 20. Jahrhunderts)