Das, was nicht zu verstehen ist

„Ist der Weg der Hingabe förderlich zu erkennen, wer ich bin?“

R: Wer glaubst zu sein?

„Keine Ahnung“

R: Wunderbar, in der Hingabe an dies, „keine Ahnung“, kann alle falsche Identifikation fallen… und du bleibst als DAS übrig was nicht wissbar ist.

„Krass. Nach all den vielen Konzepten über alles Mögliche.

Nach einem Darshan bei Sri Swami Vishwananda ist da viel Liebe in mein Herz gepflanzt worden. Ein Samen sozusagen. Das hat die ganze Leinwand von Konzepten und Vorstellungen weggfegt. Aber ein Restzweifel ist jedoch vorhanden.“

R: Es ist schön Liebe zu erfahren, in Liebe zu sein. Aber das was du bist kann dir keiner geben. Liebe ist der Stoff aus dem das Universum ist, doch DU warst schon da bevor etwas wurde, und DAS ist jetzt und immer schon hier, und in dem Sinne kein Objekt.

…dieses keine Ahnung, da wo du weder weißt noch nicht weißt, dem gib dich hin und DAS Selbst enthüllt sich immer tiefer und umfassender, zweifelsfrei als DAS was-du-bist.

* * *

Lasse es

Das, was nicht zu verstehen und doch offensichtlich ist, IST Das Eine Selbst.

Lasse Verstehen, Bewusstheit, Werden und Suchen von „etwas“ hinter dir.

SEI was-du-bist, ganz einfach so – denn in Allem bist du, was du bist, davon lasse dich erfasst sein.

Im Vergänglichen findet sich das Unvergängliche, in der Erscheinung die Verwirklichung der Wirklichkeit. Schaue es dir an, schaue einfach…“

(Aus dem Traum Erwachen – Die Enthüllung des Einen Selbst)

Der Weg des Wissens

Ich handle und lebe eher aus einem Nicht-Wissen „einer Art Unwissen“ und einem beständigen Sehen was gerade da ist, und wie es sich zeigt. Eines der letzten Satsang-Intensives, ich sprach die ersten 10, 15 Minuten und eine Teilnehmerin sagte darauf: „Danke, du hast alles gesagt was ich hören mußte“ (…darauf war dann der Rest des Abends für die Lady frag-los Raum einfach still zu SEIN). Ich kann nicht sagen dass das Intuition, oder Resonanz war, auch wenn ich das vielleicht mal sage. Aus der direkten Erfahrung ist es eher ein „Unwissen“ und es erscheint so spontan wie ein Frühlingsregen oder ein Auto was an der Straße vorbeifährt. Etwas was spontan, unvermittelt passiert… und ich eher dabei zuschaue und doch mittdrin bin  …auch an dem Satsang-Tag. Vor dem Treffen war ich in der Natur und es tauchen energetisch heftige Themen auf, so intensiv das es einfach nur dran war das zu fühlen und gesehen sein zu lassen… In einem späteren Gespräch tauchten dann genau diese Themen auf. Es geschah in der Begegnung ein sanftes heranführen an die Energetik dieser Gefühle, dieses Themas…

Einfach immer wieder spannend, wie das Leben sich zusammenfügt, ein Wunder  was imemr wieder gesehen und geschmeckt werden kann. Silke erzählte ich später erstaunt, über die Erfahrung in der Natur und dass das Thema dann im Satsang auf den Tisch kam… sie sagte mir dann das wäre Resonanz und das Zeit und Raum eine Illusion ist. Gott sei dank, das ich davon nix weiß, gerade weil das 1te Kapitel meines aktuellen Buches sich um das Thema dreht „Die Illusion von Raum und Zeit“ *  „Gott sei dank, das ich davon nix weiß“ denn das was wir Wissen scheint mir oft der direkten Erfahrung im Weg zu stehen. So als hätten wir schon ein „Bild“ was man auf die direkte Erfahrung draufpackt wird – bevor sie umfänglich erlebt und auskostetet wurde. In diesem erleben und auskosten – diesen schmecken der direkten Erfahrung, werde „Ich“ verspeist, das Bild von mir, das Bild über das was ist,… und es bleibt nur das was IMMER ist, nenne es Friede, Liebe, nennen die Konstante die immer IST, es kann sich so oder so zeigen …wird erfasst das man an DEM nicht festhalten kann offenbart sich dass das kein Objekt ist und doch immer hier, das was ich bin.

In einem der letzten Talks sagte ich „Alles ist Bewusstsein – ist eine Illusion“ damit wollte ich wohl genau das sagen, dass das Wissen von Gestern, oder das konzeptualiseren der Wahrheit, der direkten Erfahrung oder die unmittelbare Schau von DEM immer wieder überdecken kann. Natürlich ist es eine Tatsache und doch scheint es manchmal wie ein vermeindlich sicherer Hafen wenn gewusst wird, „es gibt nur DAS“. So spart man sich die Intimität mit DEM wie-es-ist.

Dieses Wissen, ein vermeindlich sicherer Hafen, weil man es sich erspart Schicht für Schicht die Kontrolle loszulassen, die man im Grunde nie hat.

Wenn man die Kontrolle nie hat, an wenn richtet sich das dann, an DICH, an MICH Selbst. Beides ist konzeptuell, das du die Kontrolle hast, und das du sie nicht hast. So einfach,  und  ich verstehś auch nicht,-)

Naja sagen ichś mal so, alles was du benennen kannst ist Konzeptuell und nicht DAS was Wahrheit ist. Beschreibungen bewegen sich immer in PLUS oder MINUS und das trifft nicht den Nagel auf den Kopf – schafft einfach nur ein neues „Ding“.

Nach dem Erwachen ist vor dem Erwachen. Immer wieder aufs neue das Gesicht zu verlieren… und in der dirkten Erfahrung erkennen dass das was ich bin, kein Gesicht – keinen Namen und keine Form hat

Wie mal einer sagt, „ich weiß das ich nix weiß – aber jetzt erklär mir das mal“ bla, bla… Das heißt soviel wie, ich will erwachen ( aber nicht dumm dastehen) Und das ist eben ein kleiner Deal wo „das Ich“ übrig bleiben möchte, als Wissender, statt sich einzulassen auf DAS-was-ist.

Ich weiß das ich nix weiß, ist ein Wissender zuviel – da wird doch schon gewusst. Und im Anerkennen dessen, das man im Grunde nichts weiß  und dem still bleiben dami,t wie es sich zeigt   – bleibt letztlich nichts mehr übrig, weder Wissen noch Wissender… maximal Nityas Blümchen:

„In dieser Welt
ist wirklich alles
ausnahmslos unwirklich.
Sogar der Tod
ist eine Täuschung.“

(Ikkyû Sôjun, „Gedichte von der Verrückten Wolke“)

Das hier ist kein Plädoyer für die „umfassende Dummheit“ – einfach nur eine Einladung sich umfänglich Einzulassen auf die Natur des SEINS selbst.

Und das ist so frisch du kannst es nicht Begrenzen, weder auf „alles ist DAS“ noch auf das simple Sitzen auf dem Stuhl. Weder ist es gewöhnlich, noch besonders großartig – DAS passt in keine Schublade.

Naja letztlich bin ich immer wieder erstaunt …  Wie mal einer zu mir sagte, der seit Jahre zu den Talks kommt und meinte: Jedes mal wenn man dich hört, scheint es so zu sein als würdest du das erste mal darüber sprechen, es gerade jetzt ER-kannt haben“

Ich hab „letztendlich“ garnix erkannt, ich bin das, und DAS hat sich in der Abwesenheit von Erfahrung und Erfahrendem erfasst, da ist kein Zwischen-Raum für Wissen und Konzepte – noch nichtmal Nichts passt da.

Und dann gehts weiter, eine Schein-Identiät verloren, und kann nicht mehr wirklich geglaubt werden, es spielt sich einfach ab. ES-tanzt-mit-sich: Es wird getan was praktisch ansteht und getan werden muß. Doch ist da einfach ein endloses Unwissen und schauen…

Ein Schauen dessen was da auftaucht und geschieht, ein schauen dessen was beständig IST und ein Idendentisch damit SEIN. Und das nennt man wohl in der Tradition des Jnana, Wissen.

Wissen nicht in dem Sinne von „ich hab etwas verstanden“, „das hab ich auch schon mal gelesen, ja so ist es“ Wissen wird offensichtlich wenn ich nicht mehr wissen muß, und einfach wahrnehment schaue ohne Ziel – hier sehend was erscheint, sehend wie es sich verändert, sehend was beständig IST, sehend das es keine Trennung gibt, zu alledem.

Das was WISSEN IST, keimt aus der Hingabe an das-was-ist und das kann ich nicht wissen, ich kann nur damit sein, und darin werde ich es nicht mehr los, weil ich es bin.

Es ist kein Objekt, es ist DAS Unbekannt, das als der Regen ans Fenster klopft. Es ist die Dunkelheit in der ich sitze und am Rechner schreib… ES ist das was ist, und nichts was ich umfänglich wissen könnte – aber vollkommen SEIN.

Das Schöne, ich kann es einfach sein, mit dem SO wie-es-ist.